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Universitätsstadt Tübingen
Überblick
Die Universitätsstadt Tübingen verfolgt das Ziel den Ausstoß an Kohlendioxid (CO₂) bis zum Jahr 2020 auf drei Jahres-Tonnen pro Kopf zu senken. Dieses enorm ehrgeizige Ziel kann, wenn überhaupt, nur durch eine Bürgerbewegung für den Klimaschutz erreichbar sein. Darum startete die Stadtverwaltung Tübingen, die seit 1993 Mitglied im Klimabündnis ist, im Jahre 2008 die Klimaschutz-Kampagne „Tübingen macht blau“. Ganz im Sinne von Sokrates Weisheit „Wer etwas bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen“ setzt die Stadt jedoch zuerst selbst um, was sie von Dritten erhofft. Auch für die Beschaffung von Fahrzeugen wurden ehrgeizige Standards angelegt – z. B. sollten Dienst-PKW maximal 120g CO₂ pro Kilometer ausstoßen. Zudem sind in Tübingen erhöhte Anforderungen an die Luftreinhaltung zu stellen, da die EU-Werte für Feinstaub und Stickoxide wiederholt überschritten wurden.
Angaben zur Institution
| Adresse: | Universitätsstadt Tübingen Rathaus, Am Markt 1 72070 Tübingen |
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| Einwohner: | 87.000 | ||||
| Ansprechpartner: | Bernd Schott | ||||
| Position: | Umwelt- und Klimaschutzbeauftragter | ||||
| Telefon: | 07071/204-1800 | ||||
| Telefax: | 07071/204-1777 | ||||
| E-Mail: | umwelt-klimaschutz@tuebingen.de | ||||
| Website: | www.tuebingen.de |
Organisation des Beschaffungswesens
Die Beschaffung aller Dienstfahrzeuge der Stadtverwaltung und ihrer Eigenbetriebe erfolgt in Eigenregie (über den Eigenbetrieb Stadtbaubetriebe Tübingen/ SBT). Grundlage ist eine interne Leitlinie mit den Aspekten Bedarfsgerechtigkeit, Umweltfreundlichkeit, Auslastung, Wirtschaftlichkeit, Kompatibilität zu bereits vorhandenen Fahrzeugen und Nutzerfreundlichkeit, sowie andererseits die Verpflichtung der gesamten Verwaltung zum Klimaschutz durch die Verwaltungsspitze.
Dabei wird kontinuierlich das Marktgeschehen beobachtet, sodass auch innovative Techniken oder Organisationsformen (Leasing, Carsharing, Wechselrahmensysteme, E-Mobilität, etc.) in Betracht gezogen werden können.
Erfolg
Bereits seit mehreren Jahren werden Umweltschutzaspekte bei der Beschaffung von PKWs und Nutzfahrzeugen bei der Stadt Tübingen beachtet. So sind bei den Entsorgungsbetrieben Tübingen, einem 100%-igem Eigenbetrieb der Stadt, nach Umsetzung des EMAS-Umweltprogrammes nur noch Abfallsammelfahrzeuge im Einsatz, die mit Biodiesel betrieben werden. Zudem hält die Stadt u. a. Dienst-Fahrzeuge mit Erdgasantrieb, Carsharing-Fahrzeuge (u. a. direkt am technischen und am historischen Rathaus) und elektrisch-unterstützte Dienstfahrräder, sowie normale Fahrräder für den dienstlichen Gebrauch vor.
Bei Dienst-PKWs, die rein zur Personenbeförderung vorgesehen sind, liegt der Zielwert für die spezifischen CO₂-Emissionen bei rund 100g/km. Als Orientierung dient die VCD Auto-Umweltliste bzw. die dahinterliegenden Kriterien. So wurde in 2007 ein Toyota Prius (Hybridantrieb) mit 103 g CO₂ pro km geordert. Nach Ablauf des Leasingvertrages wurde dann ein noch sparsamerer Smart geleast (102 g CO₂/km). Zum Start von „Tübingen macht blau“ übernahm die Stadtverwaltung 2008 einen Smart fortwo micro hybrid drive (mhd) als neuen Dienstwagen. Nahezu zeitgleich wurde ein VW Polo BlueMotion mit einem spezifischen Kennwert von 99 g CO₂/km in den Fuhrpark aufgenommen. In 2009 wurde der Leasingvertrag des Smarts zugunsten des Kaufs eines elektrisch-unterstützten Fahrrades als nunmehr alleiniges Dienstfahrzeuges des Oberbürgermeisters gekündigt.
Nachdem der Klimapass (nach dem Vorbild der EU-Effizienzklassenlabel) des Bundesverkehrsministeriums nicht kam, entwickelte die Stadt 2007 den Tübinger Klimapass, eine Verkaufshilfe für klimafreundlichere Neufahrzeuge, bis zur Anwendungsreife weiter. Um auch die normalen Autokäufer auf die Spur des niedrigen CO₂-Ausstoßes zu bringen, wurden alle Autohändler in Tübingen angefragt, ob sie den Tübinger Klimapass nutzen möchten. Zur Einführung des Klimapasses machten drei Händler mit; inzwischen alle 13 in Tübingen vertretenen Händler. Dazu bietet die Stadt ein einfaches Programm an, sodass die CO₂-Emission des Wagens automatisch auf einer Farbskala eingetragen wird. Beim Tübinger Klimapass ist jedoch entgegen dem EU-Label nicht grün, sondern dunkelblau die beste Klasse, über hellblau und gelb wird die Farbe mit steigendem Klimaschaden schließlich tiefrot.
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