Freie Universität Berlin

Produktgruppe: Bürogeräte

Die Freie Universität Berlin wurde bei der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen für Bürogeräte im Rahmen des Projekts „Buy Smart – Beschaffung und Klimaschutz“ beraten.

Übersicht

Die Freie Universität Berlin, die zu den wenigen deutschen Universitäten zählt, deren Umweltmanagement nach der weltweit gültigen Richtlinie ISO 14001 jährlich zertifiziert wird, räumt ihrer Energie- und Umweltbilanz einen hohen Stellenwert ein. Ihren Energieverbrauch hat die Freie Universität Berlin durch unterschiedliche Maßnahmenprogramme, Projekte und Anreizinstrumente seit dem Jahr 2000 kontinuierlich reduziert. Dazu zählen vielfältige technisch-bauliche Energieeffizienzmaßnahmen sowie ein Prämiensystem zur Energieeinsparung, mit dem die Fachbereiche seit 2007 an erzielten Energieeinsparungen finanziell beteiligt werden. Mit Erfolg: Seit 2000/2001 ist der Strom- und Wärmeverbrauch elfmal in Folge um insgesamt 26,2 % gesunken. Dies entspricht einer Einsparung von 43 Millionen Kilowattstunden. Zusätzlich hat die Freie Universität Berlin seit 2008 auf mehreren Gebäuden Photovoltaikanlagen errichten lassen.

Im Rahmen der im Mai 2011 abgeschlossenen Klimaschutzvereinbarung zwischen dem Land Berlin und der Freien Universität Berlin möchte die Hochschule bis zum Jahr 2015 ihren Energieverbrauch gegenüber dem Jahr 2010 um weitere 10 % senken. Ein Baustein der Klimaschutzvereinbarung ist unter anderem auch das Green-IT-Handlungsprogramm. Dabei hat sich die Freie Universität Berlin das Ziel gesetzt, etwa ein Drittel des IT-bedingten Strombedarfs bis 2015 einzusparen, was einem Verbrauch von rund 2.500 MWh Strom entspricht.

Das 2010 von dem Arbeitsbereich Energie und Umwelt und dem Hochschulrechenzentrum (ZEDAT), entwickelte Green-IT-Handlungsprogramm bündelt technische, organisatorische und verhaltensbezogene Energieeffizienzmaßnahmen. Neben einer forcierten Zentralisierung und Virtualisierung der Server sowie dem bedarfsgerechten Betrieb von Kühlung und IT ist auch die stärkere Berücksichtigung von Energie- und Umweltaspekten bei der IT-Beschaffung vorgesehen.

Angaben zur Institution

Name der
Organisation:

      Zentraleinrichtung für Datenverarbeitung
      ZEDAT

Adresse: Fabeckstraße 32, 14195 Berlin
Bundesland: Berlin
Ansprechpartner: Melanie Thie
Telefon: +49 (0)30 838-57551
E-Mail: melanie.thie@fu-berlin.de
Website: www.zedat.fu-berlin.de

Ausschreibung energieeffizienter Bürogeräte 2011

Im November 2011 hat das Hochschulrechenzentrum der FU (ZEDAT) in einem offenen Verfahren Desktop Computer, Workstations, Notebooks, Monitore, Drucker sowie Multifunktionsgeräte mit dem Ziel ausgeschrieben, sowohl energieeffiziente als auch leistungsstarke Geräte zu beschaffen - zwei Bestrebungen, die sich heute nicht mehr widersprechen müssen. Die Ausschreibung war entsprechend der unterschiedlichen Geräte in sechs Lose aufgeteilt, für die im März 2012 jeweils Rahmenverträge geschlossen wurden.

Bei der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen lag der Fokus unter anderem auf der Integration von Energieeffizienz- und Umweltkriterien in die Leistungsbeschreibung. Hierbei hat sich die ZEDAT an den Empfehlungen des Projektes Buy Smart sowie an den Leitfäden der DENA und des Umweltbundesamtes orientiert. Weitere Arbeitshilfen waren die BITKOM-Leitfäden zur umweltfreundlichen Beschaffung von Desktop-PCs und Notebooks und Material des Umweltbundesamtes zur umweltfreundlichen Beschaffung. 

Besonderer Wert wurde auf den Energieverbrauch der Geräte gelegt. Da die Kriterien des Energy Stars von vielen Geräten bereits weit übererfüllt werden, wurden diese Anforderungen lediglich als Grundlage für die Bewertung von effizienteren Geräten festgelegt. So haben die Bieter für sparsamere Geräte (30 bzw. 50 Prozent geringerer Energieverbrauch als vom Energy Star gefordert) stufenweise Leistungspunkte bekommen, die in die Bewertung des wirtschaftlichsten Angebots eingeflossen sind. Darüber hinaus wurden Werte für die Netzteileffizienz vorgeschrieben (Anforderungen des 80 Plus Gold Label für Desktop Computer bzw. 80 Plus Silber Label für Workstations) und Anforderungen an das Powermanagement sowie die Geräuschemissionen der Geräte gestellt. 

Des Weiteren wurde darauf geachtet, dass die ausgeschriebenen Geräte nicht überdimensioniert sind, aber dennoch den technischen Anforderungen der nächsten Jahre gewachsen sind. Dies wurde unter anderem dadurch erreicht, dass verschiedene Nutzungsklassen definiert wurden und insbesondere auf Erweiterungsmöglichkeiten großer Wert gelegt wurde. So haben die in einer Nutzungsklasse geforderten raum- und energiesparenden PCs im Leerlaufbetrieb einen um 40 Prozent geringeren Energieverbrauch als die in einer weiteren Klasse geforderten Power-PCs. Mit den neuen Geräten können gegenüber den noch in weiten Teilen genutzten Computer der Pentium 4 Generation Einsparungen von bis zu 80 Prozent realisiert werden.

Im Bereich Umwelt und Gesundheit wurden Kriterien festgelegt, die u. a. dem Blauen Engel zu Grunde liegen. Dies umfasst die Minimierung der Geräuschbelastung, die Vermeidung von gesundheits- und umweltschädlichen Substanzen, die Ergonomie von Bildschirmen, die Zerlegbarkeit und Recyclebarkeit der Geräte sowie die Abholung und umweltgerechte Entsorgung des Verpackungsmaterials.

Bei der Bewertung des wirtschaftlichsten Angebotes wurden die Lebenszykluskosten herangezogen, so dass neben dem Preis eines Gerätes auch dessen Betriebskosten über die Nutzungsdauer berücksichtigt werden. Konkret wurde als Zuschlagskriterium eine Kennzahl ermittelt, die sich aus der Erfüllung der Bewertungskriterien und den Lebenszykluskosten zusammensetzt.

Eine besondere Herausforderung bestand darin, technische und energetische Kriterien soweit aufeinander abzustimmen, dass sie sich nicht gegenseitig ausschließen und die Ausschreibung für ein möglichst breites Bieterangebot geöffnet wird.

Erfolg

Mit dem Green-IT Handlungsprogramm strebt die Freie Universität Berlin bis 2015 (gegenüber 2010) eine Reduktion des IT-bedingten Jahresstromverbrauchs um insgesamt 30 Prozent an, was 2,5 Millionen Kilowattstunden entspricht. Die Ausschreibung und die Beschaffung energieeffizienter, bedarfsgerechter IT-Geräte sollen dazu einen erheblichen Beitrag leisten.

Um die Einsparziele zu erreichen sind alle Einrichtungen der FU an zwingend an die Rahmenverträge mit einer Laufzeit von zwei Jahren gebunden. Es besteht seitens des Auftraggebers jedoch keine Pflicht, die ausgeschrieben Leistungen auch in vollem Umfang abzurufen. Der Ausschreibungsumfang wurde nach den Erfahrungswerten der ZEDAT aus den letzten drei Jahren festgelegt.

Nach Öffnung der Angebote mussten vereinzelt Zertifikate und Nachweise von den Bietern nachgefordert werden, insgesamt verlief die Ausschreibung, insbesondere mit den umfangreichen Umweltkriterien, jedoch problemlos.

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