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Nationale Beschaffungsstandards, Praxis, Barrieren, Chancen
Gegenwärtige nationale / regionale Praxis
Die gesetzliche Basis für das Beschaffungswesen bildet in Österreich das "Bundesgesetz über die Vergabe von Aufträgen" (Bundesvergabegesetz 2006 – BVergG 2006), ein eher komplexes Dokument mit mehr als 330 Seiten, in dem hauptsächlich die öffentliche Beschaffung und daran angelehnte Bereiche behandelt werden. Kürzlich wurde der Grenzwert für Ausschreibungen von 40.000 auf 100.000 Euro angehoben.
Eine zentrale Einrichtung, die in erster Linie nationale Beschaffungsabläufe unterstützt, wurde 2002 vom Finanzministerium eingerichtet. Die „BBG – Bundesbeschaffung GmbH“ bietet eine zentrale Beschaffungsplattform für die zahlreichen Bundesdienststellen. Regionale Behörden und Gemeinden können ebenfalls über die BBG bestellen. Mehr als 30 Produktgruppen, die ein breites Spektrum an Gütern und Dienstleistungen abdecken, werden angeboten. Die meisten Produkte können elektronisch über den e-shop beschafft werden.
Abgesehen von elektronischer Beschaffung in öffentlichen Ämtern wird e-Procurement in Österreich hauptsächlich im privaten Sektor, z.B. von Energieversorgern, der Elektroindustrie, der Stahlindustrie, im Anlagenbau und Bauwesen sowie von der Autoindustrie, manchmal sogar von Endkunden nachgefragt.
Beschaffung für regionale Verwaltungseinrichtungen und für Behörden auf Bezirksebene in OÖ (z.B. Bezirkshauptmannschaften) wird großteils von der neu gegründeten Abteilung für regionale Verwaltung ("Zentrale Beschaffungsorganisation – ZeB") durchgeführt. Das ZeB wurde im Sommer 2006 gegründet, mit dem Ziel eine effiziente Beschaffung sicher zu stellen. Es gibt 5 verschiedene Beschaffungsgruppen, die alles abdecken, angefangen von IT-Artikel, über Büromaterial (Papier, etc.), Büro- und andere Elektrogeräte bis zu Brennstoff und Instandhaltung. Insgesamt, wurden vom ZeB im Jahr 2007 Güter im Wert von rund 28,35 Mio. Euro beschafft. Im Rahmen des IEE-Projektes GreenLabelsPurchase wurde eine Arbeitsgruppe gestartet mit dem Ziel Energieeffizienz-Kriterien in die Beschaffungsabwicklung des ZeB zu integrieren.
Gegenwärtig ist die Einrichtung eines e-Procurement-Systems (am Anfang für ausgewählte Produkte) in Vorbereitung.
Barrieren
Obwohl es bereits eine Reihe an Initiativen für eine effiziente Beschaffung im öffentlichen Bereich gibt (z.B. „Ökologische Kriterien für die Bundesregierung“ http://www.ifz.tugraz.at/oekoeinkauf/), war der Focus für den privaten Bereich bisher noch nicht so stark. Darüber hinaus handelt es sich bei ökologischen Kriterien bisher hauptsächlich um Umweltkriterien (z.B. bei Papier), in Zukunft könnte auch verstärkt die Aufmerksamkeit auf Energieeffizienz-Kriterien gelenkt werden.
Chancen
Das Bewusstsein für Energieeffizienz ist im Allgemeinen schon sehr hoch und könnte vergleichbar einfach in Beschaffungsabläufe aufgenommen werden.
Zusätzlich wird umweltorientierte Beschaffung auf Europäischer Ebene unterstützt durch die Mitteilung "Umweltorientiertes öffentliches Beschaffungswesen" (KOM(2008) 400).
